Tag 7
Es ist schon spät am Morgen, ich liege im Bett und warte, bis ich mir sicher sein kann, dass alle das Haus schon verlassen haben. Gestern Abend habe ich Bettruhe verordnet bekommen, wegen meiner Verletzung.
Nachdem ich mir sicher bin, dass niemand mehr im Haus ist, stehe ich langsam auf und schlüpfe in meine Jeans und ziehe mir einen dicken Pullover über. Langsam tappe ich die Treppe hinunter und sehe mich um. Es ist niemand da. Ich brauche Antworten, und die werden sie mir nicht einfach so geben, also muss ich sie selbst finden.
Langsam gehe ich zu dem grossen Regal im Wohnzimmer. Eine Kiste liegt ganz unten, hinter einigen Büchern versteckt. Wenn man zum ersten Mal hinsieht, bemerkt man sie nicht, doch ich hatte schon immer ein Auge für Verstecke und dieses hier kam mir seltsam bekannt vor. Ich räume die Bücher weg und ziehe die Kiste hervor. Langsam entriegle ich sie und hebe den Deckel an. Es liegen mehrere Briefe, Zettel und Bilder im Innern. Ich greife nach dem ersten Bild und schaue es mir an. Es zeigt zwei Mädchen. Beide haben langes blondes Haar, tragen Reitkleider und haben den Arm um das Pferd gelegt, das zwischen ihnen steht. Mein Blick bleibt an einem der beiden Mädchen hängen. Das kann nicht sein. Ich kenne dieses Mädchen. Das bin ich!